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Praktikumsbericht

Mein Praktikum an der TU Dortmund ging vom 17. März 2025 bis zum 4. April 2025

Während dieser Zeit hatte ich Gelegenheit 3 verschiedene Berufe kennenzulernen.

In der ersten Woche konnte ich Einblicke in die Tätigkeiten der Chemielaborant*innen gewinnen.

Danach habe ich 1 Woche im Labor für Metallografie mitgearbeitet.

In der 3. Woche war ich in der zentralen Ausbildungswerkstatt Metall und habe einen Überblick über die Tätigkeiten von Industriemechaniker*innen erhalten.

Vorüberlegungen

Ich habe mich für die TU Dortmund als Praktikumsbetrieb entschieden, weil sie mir eine große Vielfalt an Einblicken in verschiedene Ausbildungsberufe ermöglicht.

 Ich habe erwartet, neue Menschen kennenzulernen, mindestens ein, mir neues, Berufsfeld erkunden zu können und Kontakte für meinen spätere berufliche Zukunft (Ausbildung oder Studium) zu knüpfen.

Ich möchte in meinem Praktikum an der TU möglichst viele Dinge selbst machen und begreifen. Da ich nicht erwartet habe den ganzen Tag mit kleinen Kindern umgehen zu müssen, hatte ich nichts was ich im Vorfeld nicht hätte tun wollen.

Vor dem ersten Arbeitstag habe ich mich informiert wo und wann ich mit meinem Praktikum beginnen kann. Ich habe zudem geklärt ob ich spezielle Kleidung benötige.

Am Morgen des ersten Tags meines Praktikums habe ich meine Tasche gepackt und Schreibmaterial, Essen und Trinken eingepackt.

Allgemeine Informationen zum Betrieb

Beschreibung des Betriebs

An der TU Dortmund studieren über 32000 Menschen in 17 verschiedenen Fakultäten unterteilt in verschieden Lehrstühle mit individuellen Forschungs- und Lehrschwerpunkten.

Die TU gliedert sich grundsätzlich in einen akademischen und einen gewerblich-technischen  Bereich. Im akademischen Bereich sind die 17 Fakultäten mit ihren Lehr- und Forschungstätigkeiten angesiedelt. Der oberste Vorgesetzte ist der Rektor der Universität.

Der gewerblich-technischen  Bereich gliedert sich in 7 Dezernate, 8 Referate und mehrere Stabstellen. Der oberste Vorgesetzte ist der Kanzler der Universität.

Um den Betrieb zu ermöglichen arbeiten über 6500 Menschen in unzähligen Berufen an der TU.

Um den Bedarf an Nachwuchs zu decken bildet die TU aktuell in 12 Ausbildungsberufen aus:

Abteilungen mit denen ich Kontakt hatte

Verwaltung

August-Schmidt-Str.1

44227 Dortmund

Zentrales Ausbildungslabor Chemie

Otto-Hahn-Str. 6

44227 Dortmund

Gebäude C2 Raum C2-03-176

Lehrstuhl für Werkstoffprüftechnik

Baroper Straße 303

44227 Dortmund

Gebäude MB3 Raum 1.011

Zentrale Ausbildungswerkstatt Metall

Baroper Straße 303

44227 Dortmund

Gebäude MB3 Raum E 004

Erfahrungsberichte

Zentrales Ausbildungslabor Chemie

Das zentrale Ausbildungslabor Chemie ist ein komplett ausgestattetes Chemielabor mit Labortischen, Abzügen, Wärme- und Trockenschränken, Chemikalienlager, Einrichtungen zur fachgerechten Chemikalienentsorgung sowie diversen Mess- und Analysegeräten.  Hier findet die Grundausbildung sowie die Prüfungsvorbereitungen auf die Abschlussprüfungen der Chemielaboranten statt. Im Ausbildungslabor sind ein hauptamtlicher Ausbilder und eine nebenamtliche Ausbilderin tätig.

Dienstbeginn ist um 7:30h. Am Vormittag von 7:30h bis 9:00h findet Theorieunterricht statt. Von 9:00h – 9:30h gibt es eine Frühstückspause. Danach folgt die eigentliche Laborarbeit bis 12:00h. Von 12:00h – 12:30h ist Mittagspause. Der Nachmittag ist wieder mit Labortätigkeiten gefüllt.

Zu den Tätigkeiten im Labor zählen Lesen und Analysieren der Versuchsvorschriften, Aufbau von Versuchsapparaturen, Abwiegen der einzusetzenden Chemikalien (Edukte), Befüllen der Versuchsaufbauten , Überwachen und Durchführen der Versuche, Messen und Wiegen der Produkte, Auswertung der Versuche, Dokumentation der Ergebnisse, Besprechung der Arbeitsergebnisse mit den Ausbildern.

zum zentralen Ausbildungslabor Chemie

 

Schmelzpunktbestimmung

Um von einem bekannten Stoff den Reinheitsgrad zu bestimmen, kann man in einem speziellen Ofen den Schmelzpunkt bestimmen. Je größer die Verunreinigung ist desto weiter weicht der Schmelzpunkt vom Literaturwert des reinen Stoffs ab.

Die Probe wird in zwei dünnen Röhrchen in den Ofen geführt und erhitzt. Durch ein Fenster mit Lupe kann man die Proben beobachten und bei beginnendem Schmelzen die Temperatur auf einem Display ablesen.

Darstellung von Benzylharnstoff

In Begleitung durch einen Auszubildenden habe ich in einer Standardrührapparartur Benzylamin in Wasser gelöst, mit konzentrierter Salzsäure neutral bis leicht sauer gestellt und den pH-Wert mit pH-Papier geprüft. Nach kurzer Kochzeit habe ich in Wasser gelöstets Kaliumcyanat zugetropft. Nach weiterem Kochen musste ich die Lösung mit einem Ethanol/Wassergemisch umkristallisieren. Anschließend konnte ich das Produkt bei 105°C trocknen. Die Reinheit habe ich wieder mit einer Schmelzpunktbestimmung kontrolliert.


Werkstoffprüflabor (Metallografie, Mikroskopie und Spektroskopie)

Das Werkstoffprüflabor besteht aus 3 Teillaboren.

Im Labor für Metallografie werden Proben aus Metall mechanisch bearbeitet:

Die Proben werden in kleine Stücke gesägt, die in den Analysegeräten untersucht werden können. Die Stücke werden in aushärtendes Harz eingebettet. Das Aushärten dauert etwa 24h.

Die eingebettete Probe wird geschliffen, poliert und anschließend mit Säure angeätzt.

Hier können Bauteile auch durch Farbeindringprüfungen auf Risse untersucht werden.

Im Abzug kann der Schwefelgehalt von geschliffenen Stahlteilen durch einen Baumannabdruck untersucht werden.

Im Teillabor für Mikroskopie können die eingebetteten Proben unter einem Lichtmikroskop untersucht werden. Dadurch wird das freigelegte Gefüge (Aufbau des Werkstoffs) sichtbar.

 

Das ermöglicht die Vermessung der Korngrößen und Bestimmung der Korntypen der Metalle.

Zudem können die Proben in diesem Laborteil einer Härteprüfung unterzogen werden.

Das Teillabor für Spektroskopie ermöglicht Bauteil durch den Einsatz von Röntgenspektroskopen auf molekularer und atomarer Ebene zu untersuchen. Dafür werden Proben mit sehr energiereicher Röntgenstrahlung beschossen. Die reflektierte Strahlung wird von Sensoren aufgenommen und analysiert. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit den Massenanteil von verschiedenen Legierungsbestandteilen zu ermitteln.  

zur Ausbildungseinrichtung Werkstoffprüfung

 

Farbeindringprüfung

Nach Einweisung durch einen Auszubildenden zum Werkstoffprüfer habe ich ein Becken aufgestellt und eine Resonanzprobe komplett mit Diffusions-Rot eingepinselt. Nach kurzer Einwirkzeit, in der die dünnflüssige Farbe in kleinste Risse kriecht, habe ich die Probe mit Kreidespray eingesprüht. Nach einer Trocknungszeit ca. 15min, in der die rote Farbe vom Kreidespray aus den Rissen gesaugt worden ist, konnte man diese deutlich als rote Markierungen erkennen.

Baumannabdruck

Der Baumannabdruck dient zur Bestimmung des Schwefelgehalts in z.B einer Eisenbahnschiene. Man kann außerdem die Verteilung des Schwefels in dem Bauteil sichtbar machen.

Dazu habe ich den bereits geschliffenen Querschnitt einer Eisenbahnschiene auf eine Unterlage gelegt und mit, in 5%iger Schwefelsäure getränktem, Fotopapier bedeckt und beschwert. Nach einer Einwirkzeit konnte man den Abdruck der Stirnseite der Schiene auf dem Papier erkennen. An der Intensität der Färbung kann man den Schwefelgehalt ablesen.

Mikroskopie

Um Materialproben auf mikroskopisch kleine Risse, Einschlüsse und Fehlstellen zu untersuchen, müssen die Proben für den Einsatz unter einem optischen Mikroskop vorbereitet werden.

Dazu muss die jeweiligen Probe auf eine passende Größe getrennt, in Harz eingebettet, plan geschliffen und anschließend poliert werden. Bei einigen Untersuchungen kann es nötig sein die Probe mit verschiedenen Säuren anzuätzen.


Zentrale Ausbildungswerkstatt Metall

Die zentrale Ausbildungswerkstatt Metall gliedert sich in 2 Bereiche: Die eigentliche Werkstatt und den Schulungsraum. Hier findet die Grundausbildung der Industriemechaniker und Zerspanungsmechaniker statt. Dazu verfügt die Werkstatt über 8 Werkbänke und einen Maschinenpark, der 3 Bohrmaschinen, 4 Drehmaschinen, 1 Fräsmaschine und 1 Materialsäge umfasst. Im Schulungsraum befinden sich 2 3D-Drucker, 3 Board für den Aufbau von pneumatischen Schaltungen sowie ein Whiteboard und ein Beamer mit Leinwand.

In ihrer Ausbildung lernen die Auszubildenden zum einen den Aufbau von pneumatischen Steuerungen sowie den fachgerechten Umgang sowohl mit handgeführten Werkzeugen als auch an Werkzeugmaschinen zur Metallverarbeiten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Zerspanung von Stahl.

Zur Arbeit der Industriemechaniker*innen an der TU Dortmund  gehört unter anderem das Bauen von Prototypen, Maschinenteilen in Kleinserien und Probenkörpern für die Lehre und die Forschung.

zur zentralen Ausbildungswerkstatt Metall

 

Pneumatische Steuerungen

Während meiner Zeit in der Werkstatt habe ich an den Übungsboards für Pneumatik Schaltungen nach Schaltplänen aufgebaut und in Betrieb genommen.

Fazit und Beurteilung

Meine Erwartungen haben sich erfüllt. Ich konnte neue Sachen lernen und Einblicke in die Berufswelt erlangen und Kontakte knüpfen.  

Ich konnte gut einsetzen, dass ich gut mit Menschen umgehen kann und offen bin. Mich hat ein bisschen am Anfang überfordert, wie man richtig schleift, das hat am Anfang nicht so gut funktioniert, aber später konnte ich es. Stresssituation hatte ich keine, wenn ich irgendwelche Fragen hatte, dann konnte ich immer fragen.

Ich konnte oft selbstständig arbeiten. Ich konnte allein Proben schleifen und ätzen, Härteversuche an verschiedenen Proben durchführen. Ich durfte pneumatische Steuerungen bauen. Ich konnte oft auch mit Begleitung arbeiten zum Beispiel konnte ich mit einem Auszubildenen Säure neutralisieren, einen Baumann-Abdruck und eine Farbeindringprüfung machen. Ich konnte auch einen Schlüssel Anhänger in der Metall Werkstatt machen.

Mein Verhältnis zur Berufswelt hat sich ein bisschen verändert. Ich habe jetzt klarere Vorstellungen, was ich vielleicht später werden möchte und dass Werkstoffprüfer, Chemielaborant oder Industriemechaniker eine Sache wäre, die ich mir für später vorstellen kann.

Im Hinblick auf meine beruflichen Ziele hat sich verändert, dass ich jetzt weiß, dass ich ein Abitur machen will und danach eine Ausbildung, vielleicht in eine der Richtungen, die ich kennenlernen durfte. Danach könnte ich immer noch studieren, wen ich Lust darauf habe.

Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen später in einem dieser Berufsfelder eine Ausbildung zu machen und vielleicht sogar dort zu arbeiten.

Empfehlung

Wenn ich mein Praktikum wiederholen könnte, würde ich alles genauso machen. ich habe es als sehr positiv empfunden, mein Praktikum an der Universität Dortmund zu machen. Dort hatte ich die Möglichkeit, das Unileben kennen zu lernen und einen Eindruck vom Alltag zu gewinnen. Ich fand es sehr gut, einen Einblick in die drei unterschiedlichen Bereiche zu erhalten und mit verschiedenen Menschen in Kontakt zu kommen.

Diese Praktikumsstelle kann ich anderen Schüler*innen auf jeden Fall weiterempfehlen. An der Universität gibt es große Auswahl an Bereichen, in denen man eine Ausbildung beginnen kann. Dadurch bietet sich eine hervorragende Gelegenheit, die eigenen Interessen besser kennenzulernen und mögliche berufliche Einblicke zu bekommen und zu entdecken.

 Darüber hinaus konnte ich durch Gespräche mit Auszubildenden erfahren, wie der Alltag in der Ausbildung aussieht, welche Aufgaben anfallen und welche Fähigkeiten man mitbringen sollte. Das hilft dabei, bessere einzuschätzen zu können, ob diese Ausbildung /Beruf wirklich zu einem passt.

Insgesamt war das Praktikum eine sehr wertvolle und gute Erfahrung, die mir bei meiner Berufsorientierung weitergeholfen hat.